Interview mit der Künstlerin Frida Pini

Interview mit der Künstlerin Frida Pini

Ihre Kunst entstand aus einer Phase des Stillstands und wurde zu einer leidenschaftlichen Form des Ausdrucks. Im Mittelpunkt ihrer Arbeiten stehen Emotionen, Selbstreflexion und die Verbindung von Mensch, Natur und innerer Welt. Mit symbolstarken, oft metaphorischen Bildwelten möchte sie Menschen berühren, zum Nachdenken anregen und ein stärkeres Gefühl von Empathie und Verbundenheit schaffen.

Warum haben Sie sich für eine Künstlerkarriere entschieden und was möchten Sie mit Ihrer Kunst bewirken?

Meine Entscheidung für eine Künstlerkarriere entstand in einer Phase des Stillstands. Nach mehreren Fußoperationen war ich über Monate hinweg körperlich stark eingeschränkt. In dieser Zeit begann ich intensiv digital zu zeichnen, bis zu 14 Stunden täglich und entwickelte eine tiefe Leidenschaft für die Kunst. Ich bin überzeugt: Wirkliche Qualität entsteht nur dort, wo echte Leidenschaft vorhanden ist. Mit meiner Kunst möchte ich Emotionen auslösen, die Menschen dazu anregen, sich mit ihrer eigenen Gefühlswelt auseinanderzusetzen. Emodiversität, Selbstreflexion und innere Verbindung sehe ich als Schlüssel für eine empathischere, tolerantere Gesellschaft und ein stärkeres Miteinander.

Chess Game - 70x100 cm

Was inspiriert Sie in Ihrer künstlerischen Arbeit und wie fließt diese Inspiration in Ihre Werke ein?

Meine größte Inspirationsquelle sind Gefühlswelten und Emotionen. Alles, was Emotionen auslöst, persönliche Erlebnisse, Bücher, Filme oder Musik beeinflusst meine Arbeit. Ich übersetze diese Erfahrungen bewusst in meine Kunst, um Emotionen sichtbar zu machen. Dabei arbeite ich häufig mit metaphorischen Elementen. Auch meine Umgebung inspiriert mich stark. Als ich in Berlin lebte, spiegelte sich diese Stadt deutlich in meinen Werken wider, zum Beispiel in „Nature vs City“. In diesem Werk verschlingt eine Frau, die die Natur verkörpert, letztlich die Stadt. Es soll an die immense Kraft der Natur erinnern und daran, dass selbst die imposantesten Städte irgendwann von ihr zurückerobert werden. Ich liebe sowohl Natur- als auch Stadtlandschaften als Inspirationsquelle. Mein aktuelles Werk „Time“ thematisiert die Erfahrung, wie kostbar Zeit ist. Die Sanduhren als Köpfe der Panther symbolisieren die unaufhaltsam verrinnende Zeit. Der Panther steht für Schnelligkeit, starke Intuition und Kraft. Sein schwarzes Fell symbolisiert Schutz, die Verbindung zur Nacht und das Bewusstsein der Endlichkeit des Lebens. Gleichzeitig steht er für Weiblichkeit und Befreiung. Im Vordergrund sind eine zerbrochene Sanduhr und das Skelett eines Panthers zu sehen, ein Symbol dafür, dass die Zeit hier abgelaufen ist. Es ist eine Metapher dafür, dass niemand der Zeit entkommen kann und dass wir sie nutzen sollten, um unsere Ziele zu verwirklichen. Ich arbeite besonders gerne in der Dämmerung oder nachts, da es mir dann am besten gelingt, meine Emotionen in Bilder zu übersetzen.

Können Sie ein Werk beschreiben, das Ihrer Meinung nach am besten Ihre künstlerische Vision verkörpert?

Mehrere meiner Werke verkörpern meine künstlerische Vision sehr deutlich, ein besonders gutes Beispiel ist jedoch „Hoodoo Woman“. Das Werk vereint zahlreiche Elemente, die harmonisch ineinandergreifen und eine vielschichtige, metaphorische Bedeutung tragen, die sich auf meine Vision beziehen. Das Bild in der Glaskugel ist ein älteres Werk von mir, „Progression at the Last Second“. Es steht für Selbstfindung und persönliche Entwicklung im letzten Moment, symbolisiert durch die vor einem Hai fliehende Frau. Vögel gelten als Boten zwischen der menschlichen und der spirituellen Welt, weshalb Krähen mit Skelettköpfen dargestellt sind, die auf die Frau zu fliegen. Als Boten des Jenseits stehen sie für Wiedergeburt und den ewigen Kreislauf des Lebens. Gleichzeitig symbolisieren sie als Überlebende im harten Zusammenspiel der Natur die innere Stärke und Widerstandskraft des Menschen. Sie stehen dafür, dass uns das Leben nicht unterkriegen kann, solange wir es nicht zulassen. Ein gelb-goldener Vogel fliegt kopfüber von oben rechts ins Bild. Gelbe Vögel stehen für Freiheit, freie Gedanken, Kommunikation und innere Klarheit. Das Kopfüber-Fliegen symbolisiert eine bewusste Entscheidung für Optimismus: Meine Kopfüber fliegenden Vögel richten ihren Blick lieber auf die Schönheit des Himmels als auf Leid und Schmerz auf der Erde. Die Schlange im Bindi und Armreif steht für Verwandlung und Veränderung. Durch ihre Fähigkeit, sich zu häuten, symbolisiert sie das Ablegen alter Muster, Heilung, Erneuerung sowie die schöpferische Kraft der Erde. Die Farbe Lila steht für Wandel und. Feminismus.  Dieses Werk spiegelt meine Vision besonders gut wider, da alle Elemente miteinander verbunden sind und das zentrale Thema persönliche Weiterentwicklung in Harmonie mit der Natur behandelt wird. Der erste Schritt ist dabei immer der Blick nach innen, um letztlich auch das Außen zu verändern und ein stärkeres Gefühl von Verbundenheit und Miteinander in unserer Gesellschaft zu fördern.

Können Sie beschreiben, wie sich Ihr Stil und Ihre Technik über die Jahre entwickelt haben?

Ich bin in letzter Zeit dazu übergegangen, digital mit gröberen Übergängen und Ölpinselspitzen zu arbeiten. Meine früheren Werke waren sehr glatt und wirkten wie mit Airbrush gesprüht. Heute ist es mir wichtig, dass meine digitalen Arbeiten wie traditionell gemalte Ölbilder wirken. Derzeit arbeite ich an neuen Werken für kommende Ausstellungen, bei denen diese Entwicklung deutlich sichtbar sein wird. In den letzten Monaten habe ich mich intensiv mit meiner eigenen Kunst sowie mit anderen Künstler:innen auseinandergesetzt, was meine Weiterentwicklung stark beeinflusst hat. Im Oktober war ich zum ersten Mal in Wien und nahm am Gala-Abend „Wien braucht mehr Farben“ teil, wo ich mit meinem älteren Werk Sleeping Beauty den 4. Platz belegte. Dieses Erlebnis war ein zusätzlicher Anstoß, meine Arbeitsweise weiter zu verfeinern. Zudem experimentiere ich kontinuierlich mit neuen Materialien und Elementen. Bei „Reflected Soul“, einem während meiner Schwangerschaft entstandenen Ölbild, habe ich Spiegelelemente integriert, um den Blick nach innen zu symbolisieren. Bei meinem neuesten Werk arbeite ich mit Moos. Meine jahrelange Übung wird zunehmend sichtbar, und ich integriere immer neue Elemente in meine Fine Art Prints.

Time - 105x70cm

Welche Strategien verfolgen Sie, um Ihre Kunst langfristig auf dem Markt zu etablieren?

Ich bin dem Verein Kunstschaffen in Wien beigetreten, um die Sichtbarkeit meiner Arbeiten bei Kunstsammler:innen zu erhöhen und mich mit anderen Künstler:innen zu vernetzen. Darüber hinaus arbeite ich kontinuierlich an Kollaborationen in unterschiedlichen Bereichen, die mit meiner künstlerischen Vision im Einklang stehen und meine Arbeit weiterentwickeln. Ich bin außerdem Mitglied bei Iazzu, einer Schweizer Kunst-App, die mithilfe von Augmented Reality ermöglicht, Kunstwerke virtuell im eigenen Zuhause zu platzieren, was Sammler:innen bei der Kaufentscheidung unterstützt. Ich gebe regelmäßig Interviews, zuletzt im September 2025 im Visual Art Journal. Informationen zu zukünftigen Projekten und Ausstellungen finden sich auf meiner Website.

Gibt es Projekte oder Kollaborationen, die Sie in Zukunft planen und die für Kunstsammler von Interesse sein könnten?

Im Jahr 2026 werde ich an drei Ausstellungen in Wien teilnehmen, unter anderem in der Galerie Contemplor und der City Gallery Vienna. Genauere Informationen sind auf meiner Homepage zu finden. Am 17.01.2026 bin ich zudem Teil der Ausstellung „Art of the Month“ der Gallery Auxburg. Dort wurde ich im vergangenen Oktober mit meinem Werk Sleeping Beauty als Gewinnerin ausgezeichnet. Am 10.09.2026 ist die Vernissage meiner Soloausstellung im MEET | EAT | SLEEP - Das Konferenzzentrum in Karlsruhe. Aktuell bin ich außerdem in ein besonderes Projekt involviert: Über Malué können Kund:innen mich und weitere Künstler:innen für ein „Art Ritual“ buchen und via Zoom live miterleben, wie ein individuelles Kunstwerk entsteht und darauf Einfluss nehmen. Mehr Infos hier: https://www.malue-art.com/fridapini Parallel arbeite ich daran, meine digitalen Werke auf Leinwand mit Öl und Acryl umzusetzen. Weitere Wandbemalungen sind ebenfalls geplant. Mein Werk „Lucid Dreamscape“ wurde bereits als Wandmalerei in der Größe von 205 × 485 cm mit Blattgoldelementen realisiert. Es sind derzeit mehrere Kollaborationen in Planung. Weitere Informationen dazu werden in Kürze auf meiner Website veröffentlicht.

Was sind Ihre künstlerischen Ziele für die nächsten Jahre?

Mein Ziel für die kommenden Jahre ist es, mir in Österreich, der Schweiz und den USA einen Namen zu machen, daran arbeite ich bereits aktiv. Gleichzeitig ist es mir wichtig, meine künstlerischen Fähigkeiten kontinuierlich weiterzuentwickeln, Neues zu lernen und meine Kunst nachhaltig zu etablieren und international bekannter zu machen.

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Weitere Informationen und aktuell verfügbare Werke unter:
www.fridapini.com